Der bekannte wie auch unbekannte Franz Kafka
Die Bücher von Franz Kafka lesen Menschen von New York bis Tokio. Kafkas Porträt schuf der berühmte Vertreter der Pop Art Andy Warhol, wobei Kafkas Gedanken weitere Giganten der Literatur inspirierten, unter anderem Albert Camus, Jean-Paul Sartre oder J. D. Salinger. Der populäre japanische Schriftsteller Haruki Murakami huldigte diesem außergewöhnlichen tschechischen Schriftsteller mit dem Buch Kafka am Strand, während sich in seinem ungewöhnlichen Schaffen zu Kafka auch der Vater des Film-Alien, der weltbekannte Künstler H. R. Giger, bekannte.
Eine interessante Gelegenheit, sich mit Kafkas Vermächtnis bekannt zu machen, ist eine Ausstellung im Prager Zentrum der Gegenwartskunst DOX. Sie erhielt die Bezeichnung KAFKAesque (bis 22. September 2024).
Franz Kafka wurde innerhalb der deutschen jüdischen Gemeinde geboren am 3. Juli 1883 in Prag geboren, in jener Stadt, in der er sein ganzes Leben verbrachte und die er so sehr liebte. Die Stadt und ihre Atmosphäre inspirierten ihn, wobei Sie bis heute an vielen Orten den Spuren des Franz Kafka begegnen können. Im Verlaufe seines Lebens wurde ihm seitens der künstlerischen Welt nur wenig Aufmerksamkeit zuteil, sodass er seinen Lebensunterhalt nicht als Schriftsteller bestreiten konnte. Einen seiner Freunde bat er sogar, alle seine Manuskripte zu verbrennen. Diese Bitte blieb zum Glück unerhört, und so können wir bis heute in seine fantastische Welt und in die dunklen Stimmungen Einblick nehmen. Sein literarisches Vermächtnis überlebte ihn, nach seinem Tode erlangte er weitaus größere Berühmtheit als zu Lebzeiten.
Orte, an denen Ihnen der Geist Franz Kafkas entgegenweht
Ein Spaziergang an jenen Orten, an denen auch Franz Kafka weilte, ist nicht nur für die Bewunderer seines Werkes ein unvergessliches Erlebnis. Kafka, welcher praktizierender Jude war, besuchte häufig die Altneu-Synagoge, gern flanierte er auch auf der Karlsbrücke, wobei mit seinem Namen untrennbar das Clementinum verknüpft ist, wo er während seines Studiums Vorträge und die Bibliothek besuchte. Mit den Eltern wohnte er gleich neben dem Altstädter Rathaus, von wo aus es nur ein kurzer Fußweg zum Gymnasium war, welches sich im heutigen Kinský-Palais befand und wo heute die Nationalgalerie ihren Sitz hat. Kafka ging von Zeit zu Zeit mit Freunden auf einen Kaffee in das Café Savoy beim Petřín (Laurenziberg) oder in das Café Louvre beim Nationaltheater. Diese beiden historischen Kaffeehäuser haben ihre Atmosphäre bewahrt, die auch Sie in die Zeit vor einhundert Jahren zurückversetzt.
Denkmal für Franz Kafka des Bildhauers Jaroslav Róna, Dušní-Straße im jüdischen Viertel
Wo begegnen wir Kafka heute?
Besuchen Sie das Franz-Kafka-Museum in Prag, wo Sie persönliche Gegenstände dieses literarischen Genius sehen können. Sie finden es in der Herget-Ziegelei auf der Kleinseite (Malá Strana), nur wenige Schritte von der Karlsbrücke entfernt. Zum Museum gehört auch ein Shop mit dem vollständigen Angebot des Schaffens Kafkas und mit biografischen Büchern. Vergessen Sie nicht, auch das Quadrio unweit des Nationaltheaters zu besuchen, wo Sie eine imposante Franz-Kafka-Statue von David Černý finden.
Kafkas Schloss existiert
Seinen letzten Roman Das Schloss begann Kafka im Gebirgsort Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) zu schreiben, und war im Hotel Koruna. Gerade hier verdrehte man Kafkas Namen. Auf einem Zettel im Foyer stand geschrieben Josef K., somit jener Name, den Kafka in seinem Roman verwendet. Überliefert ist, dass das Vorbild des geheimnisvollen Schlosses die Burg und das Schloss in Frýdlant oder in der Gemeinde Siřem gewesen sein konnte, wo Franz Kafka im September 1917 eintraf, kurz nachdem ihm die Ärzte die Diagnose Kehlkopftuberkulose bestätigt hatten.
Franz Kafka verstarb am 3. Juni 1924 im Sanatorium in Kierling bei Klosterneuburg in Niederösterreich. Er wurde lediglich 40 Jahre alt.